.

Als wir uns nach dem Tod unserer Jack-Russell-Terrier-Hündin Schnecke entschieden hatten, wieder einen Hund in unserer Familie aufzunehmen, war klar, dass es eine Rhodesian-Ridgeback-Hündin sein sollte.

Anfangs grübelten wir noch, ob ein großer Hund – ein Rhodesian Ridgeback – wirklich der geeignete Hund sein könnte, da unsere zwei jüngsten Kinder noch sehr klein (4 und 6 Jahre alt) waren.

Vom Wesen her soll der Rhodesian Ridgeback ein ausgesprochener Familienhund sein – aber ist das tatsächlich so?!

Und: Sind unsere Kinder überhaupt „Ridgeback“geeignet?

Ein wenig Unsicherheit kam auf, als wir uns zu Claudia Körner auf den Weg machten um erstmalig ihre Ridgeback-Hündinnen Vuana und Bongana kennen zu lernen.

Zwei große Rhodesian-Ridgeback-Hündinnen und unsere kleinen Kinder. Was würden sie wohl sagen und wie würden sie sich in Gesellschaft von so großen Hunden verhalten und reagieren?!

Wie sich später herausstellen sollte, waren diese Gedanken völlig überflüssig.

 

Als wir ankamen, liefen uns auch schon Vuana und Bongana entgegen

Mama Vuana vorweg, dahinter Tochter Bongana: Freundlich, schwanzwedelnd und ohne das kleinste negative oder ablehnende Verhalten den Kindern gegenüber.

Auch unsere Kinder verhielten sich ebenfalls toll.

Lachend liefen sie auf die Hunde zu – ohne Angst, ohne den geringsten Zweifel, dass diese großen braunen Hunde nicht liebenswerte Spielkameraden sein könnten.

Mein vorher noch „mulmiges“ Bauchgefühl war unbegründet, und obwohl hier gerade große Hunde um unsere Kinder herum liefen gab es keinen Grund zur Sorge.

Meine Bedenken wurden schlagartig weggewischt durch das angenehme, liebenswerte und sympathische Auftreten und Verhalten der beiden Hündinnen.

Auch als sich später noch ein Rhodesian-Ridgeback-Rüde dazugesellte, änderte das nichts an der entspannten und lockeren Atmosphäre.

Die Würfel waren gefallen!

 

Als Sofie dann bei uns einzog war es ganz klar, dass eine Menge Arbeit auf uns zukam

Die bevorstehende „Kinder-Hund-Beziehung“ benötigte eine sensible Prägung, eine feinfühlige, konsequente Erziehung und eine umfangreiche Ausbildung.

Wichtig war für uns, dass sowohl die Kinder, als auch Sofie einige Regeln beachten mussten! In Sofies Welpenalter mussten die Kinder allerdings einige Regeln mehr verinnerlichen als umgekehrt.

Wenn Sofie sich z.B. zurückzog, musste das von den Kindern akzeptiert werden. Auch unsere vierjährige Helen sollte sich daran halten, was tatsächlich auch hervorragend klappte.

Das Kinderzimmer sollte für Sofie im Welpenalter zur Tabuzone werden, was wir mit einem Türgitter leicht in die Tat umsetzen konnten.

Toben mit Sofie, ohne ein Hundespielzeug, in Form eines Handtuchs oder eines „Beißtaus“, war strikt verboten, weil Sofie spitze und scharfe Welpenzähne und auch Welpenkrallen besaß, die sie auch erfolgreich einsetzte.

Natürlich gab es trotz eingehaltener Vorsichtsmaßnahmen das ein oder andere Mal Tränen bei den Kindern, weil Sofie auch furchtbar gerne Waden zwickte, oder einfach als waschechter Rhodesian-Ridgeback-Welpe ein manchmal wilder Geselle war.

Dies sollte man in der Überlegung nicht außer Acht lassen, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich einen Ridgeback-Welpen ins Haus zu holen.

 

Allerdings waren die Grenzen auf beiden Seiten schnell abgesteckt, weil wir mit den Kindern und Sofie zusammen für das ein oder andere auftretende Problem immer einen Weg gefunden haben.

Je älter Sofie wurde, umso mehr spielte sich das Team „Kinder–Hund“ aufeinander ein! Sofie wurde im Umgang mit den Kindern immer einfühlsamer. Sie macht auch Unterschiede zwischen Helen und Leon. Sie wusste, dass sie mit ihrem Spielkameraden Leon „rauer“ umgehen konnte als mit Helen.

Mit ihr war sie vorsichtiger, oder einfach nur sanfter. Die Stofftiere der Kinder waren für Sofie tabu und werden heute sogar von Sofie bewacht, ohne sie auch nur ansatzweise anzuknabbern.

Es dauerte nicht lange, bis sich für uns herausstellte, dass Sofie ein toller Familienhund ist

Sie hat sich gut eingegliedert in die Familie, hat ihren festen Platz gefunden und ist unseren Kindern eine treue, liebevolle Freundin geworden.

Auch fremden Kindern gegenüber zeigt sie sich charakterfest und liebenswürdig. Gegenüber Bekannten und Freunden der Familie zeigt sie sich sehr freundlich und wohlgesonnen.

Dennoch weist sie den Mitgliedern der Familie und ihrem Zuhause gegenüber einen ausgeprägten Beschützerinstinkt auf.

Im Alltagsleben ist sie völlig unkompliziert. Dank ihres sympathischen Wesens ist sie auch außerhalb der Familie ein gern gesehener Gast. Nicht desto trotz bleibt sie in gewissen Situationen eigen und steht nicht allem Neuen vorbehaltlos gegenüber.

Dies ist jedoch ein typisches Charaktermerkmal von Rhodesian Ridgebacks

 

Sofie ist nicht mehr wegzudenken mit all ihren Eigenarten…

  • gerne Fernsehen zu schauen – vor allem Tierdokumentationen
  • mit ihrer Kuscheldecke zu schmusen
  • auf ihr Sonntags-Ei zu bestehen, das immer von Helen gegeben wird, ohne jedoch zu betteln
  • abends zu Leon ins Bett zu kriechen um mit ihm ausgiebig zu kuscheln
  • laut bellend den Kindern unter dem Trampolin aufzulauern um ihnen in die Füße zu zwicken
  • erst aufzustehen, wenn Frauchen aufsteht

und und und…