Reitbegleithund

Die Freizeit mit Sofie und Pferden zu verbringen macht viel Spaß

Ihre Gehorsamkeit macht es möglich, dass sie sich auch ohne Leine in unmittelbarer Nähe zu anderen Tieren aufhalten und bewegen kann.

Sie musste jedoch auch lernen, Pferden mit Respekt und gewissem Abstand zu begegnen, d.h. auch vom Pferd herab Kommandos entgegenzunehmen und zu befolgen. Natürlich klappte das nicht vom ersten Tag an.

Wenn wir in freier Wildbahn reiten, heißt das für Sofie, dass sie nicht jagen und den Pferdehufen zu nahe kommen darf. An Straßen und Übergängen muss sie auf mich warten und darf vorbeigehenden Spaziergängern oder Fahrradfahrern nicht in die Quere kommen.

Nur über einfühlsames, regelmäßiges und konsequentes Training, konnte ich Sofie dorthin bringen, wo sie heute steht- damit wir zusammen …

Die große Westernfreiheit ausleben konnten:

Am Samstag den 22.05.2010 ging unser Abenteuer los. Wir fuhren 900 km Richtung Süden auf eine Ranch in Oberösterreich, welche recht authentisch im „Wild Wild West Stil“ geführt wird.

Sofie fährt gerne Auto, somit ist eine lange Strecke kein Problem für sie. Als wir abends ankamen, waren wir erschöpft aber sehr glücklich: eine Woche Abenteuer, eine Woche Cowboy-Feeling lagen vor uns – wir tauchten ein in eine nicht ganz reale Traumwelt!

Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass die anderen Gäste sehr nett waren – beim ersten Kennenlernabend ging es lustig und fröhlich zu.

Am nächsten Tag wurden die Reitkenntnisse abgefragt und die Pferde eingeteilt. Ich bekam eine kleine, zickige, braune Stute namens „Ra“.

Sofie nahm sofort Kontakt zu Ra auf – sie verstanden sich auf Anhieb. Die Cowboyhüte wurden aufgesetzt, Stiefel angezogen, die Pferde geputzt und gesattelt…

Der erste Ritt war der Einführungsritt und dauerte satte drei Stunden. Es ging durch Wälder, vorbei an Bauernhöfen, Berg auf und Berg ab. Die Stute war uns sehr sympathisch, zeigte sich von ihrer besten Seite und war ungemein trittsicher.

Ganz nach unserem Geschmack – Sofie und ich waren begeistert.

Sofie lief hin und wieder an der Reitgruppe vorbei und schaute, ganz ungewöhnlich, den Pferden immer ins Gesicht dabei. So als wolle sie auch zu den anderen Pferden Kontakt aufnehmen.

Des Öfteren wurde die Gangart gewechselt: Schritt, Trab, Galopp – kein Problem für Sofie.

Die folgenden Ritte waren allesamt Tagesausritte

2–3 Stunden am Vormittag, Einkehr in verschiedenen Hütten zum leckerem Jausenschmaus, 2–3 Stunden am Nachmittag. Für Sofie stellte das keine Schwierigkeit da.

Sie lief gesamt gesehen sehr „sparsam“ am Pferd. Sie hetzte nicht hin und her, vor und zurück, kreuz und quer, sondern teilte sich die Laufeinheiten und das Tempo taktisch klug ein und blieb meistens nah bei Ra.

Wenn die Gruppe im Schritt lief, machte Sofie das auch. Sie vergeudete keine unnötige Kraft und Energie.

Beim Galopp war es manchmal schwierig, sie mit der Stimme und mit Kommandos bei mir zu halten, weil doch ein wenig der Jagdtrieb durchbrach. Aber auch das hatten wir nach einigen Ermahnungen schnell wieder unter Kontrolle.

Insgesamt fiel auf, dass Sofie sehr souverän die Pferdegruppe begleitet hat. Teilweise mussten wir entlang von Straßen reiten, wo hin und wieder auch Autos fuhren.

Sofie hörte im Straßenverkehr konzentriert und aufmerksam auf das gegebene Kommando und erlaubte sich hier, zu meiner Erleichterung, nicht einen Fehltritt.

Wenn wir an anderen Höfen vorbei ritten, kam oftmals ein wütend kläffender Hofhund rausgeschossen und wollte sein Revier verteidigen.

Sofie hielt sich strikt und fast kaltblütig an ihrem Leitsatz „Ignoranz ist Dominanz“, lief manchmal stoisch, beherrscht und extrem eindruckslos ihren Weg weiter, dass der ein oder andere Kläffer konsterniert zurück zum Hof lief.

Nur einmal wurde sie sauer,

als eine Schäferhündin sie tätlich angriff. Aber auch bei dieser für mich schon sehr brenzligen Situation, weil ich vom Pferd aus nicht eingreifen konnte, lies Sofie nur das nötigste an Verteidigung in Form von Zurückschnappen und Knurren aufblitzen.

Es reichte um der aufgebrachten Schäferhündin zu zeigen, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen sei – wenn sie noch weiter provoziere.

Die Schäferhündin trollte sich mit eingezogenem Schwanz und Sofie kam sichtlich stolz zum erleichterten und noch stolzeren Frauchen zurück.

Wir begegneten großen Feldhasen, Rehen und Kitzen, Greifvögeln, Schafen, Katzen, Hühnern, Kühen und buckelnden Kälbern.

Sofie sah sich (fast) alles ganz genau an und war sehr interessiert, machte aber keine Anstalten irgendwas davon zu jagen.

Bei den großen Feldhasen allerdings, drei Stück an der Zahl, habe ich erfolgreich alle meine mir zur Verfügung stehenden, sinnlichen und stimmlichen Kräfte zusammengerissen um Sofies Aufmerksamkeit auf mich und meinem in der Hand befindlichen Leckerchen zu lenken!

Sofie zeigt mir einmal mehr, dass sie ein echter ALLROUNDER ist. Sie lässt sich auf alles ein, ist vertrauensselig und beständig mit guter Laune dabei, ist ausdauernd und sehr gehorsam.

Sie ist ein echter Reitbegleithund, so dass das Westernreiten noch mehr Spaß bereitet als es eh schon macht.

Abends im Saloon war Sofie wie gewohnt sehr unauffällig, schlief seelig und fest – obwohl laute Cowboy-Musik aus den Boxen zu hören war.

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Galerie Wildwest Abenteuer

hier gelangen Sie in die Galerie „Die grosse Westernfreiheit